Gerit Koglin
Inga Altenkirch

Gerit Koglin in Rostock geboren, in Rostock und Berlin aufgewachsen. Nach dem Abitur studiert er zunächst Agrarwissen-
schaften, 2002 wechselt er zur Bildenden Kunst und beginnt an der Kunsthochschule Berlin Weißensee den Studiengang Freie Kunst / Malerei.
Als frischgebackener akademischer Maler macht er gleich bei der Berliner Liste 2009 mit - als wahre Entdeckung der Galerie Borchert+Schelenz in Berlin. Koglin errang schnell die Aufmerksamkeit und Anerkennung der jungen deutschen Kunst-Szene. Während des Studiums und danach beteiligte er sich an vielen künstlerischen Projekten Deutschland- und Europaweit, parallel dazu hatte er viele Einzel- und Gruppenausstellungen im Inland sowie im Ausland: Rostock, Berlin, Paris, Budapest, Dresden, Köln, Basel in USA. Gerit Koglin lebt und arbeitet in Berlin.

Inga Altenkirch wurde in Kiel geboren, in Berlin ist sie aufgewachsen und hat an der UdK Kunst studiert. In ihrer Arbeit, Druckgraphik und Malerei, orientiert sie sich handwerklich und auch inhaltlich an alten Meistern wie Francisco de Goya, es sind aber auch andere Vorbilder erkennbar, wie z.B. Francis Bacon. Die Arbeiten von Inga Altenkirch sind geprägt von einer enormen Sensibilität wie auch von kompositioneller Bestimmtheit und Klarheit. Ihr Blick richtet sich auf unsere heutige Gesellschaft, sie dokumentiert unsere postindustriellen Gewohnheiten - ihre Bilder sind thematisch der urbanen Hektik, dem Konsumdruck und der Macht des Geldes  gewidmet. Inga Altenkirch lebt und arbeitet in Berlin.

Gerit Koglin, Gelb, 2010
Gerit Koglin, Hillary Step, 2012,
Inga Altenkirch,Mind the Gap, 2012
Inga Altenkirch, Sisyphos und Freunde, 2008

MIMIKRY, 26.10.-24.11. 2012

Auf die künstlerische Konstellation Koglin-Altenkirch haben wir schon bei der Berliner Liste 2012  gesetzt und wie erhofft sind wir auf eine hervoragende Resonanz bei den Besuchern und Kunstkennern gestoßen.
Koglin und Altenkirch unterscheiden sich immens in ihrer Technik und künstlerischen Herangehensweise, sie nähern sich jedoch häufig thematisch einander an - indem sie ihren Fokus gleichermaßen auf unsere individualistischen wie verbindenden Existenzweisen richten und uns dabei eine wechselnde Sicht bieten, die vom Nüchternen zum Sinnlichen, vom Unauffälligen zum Unerschütterlichen pendelt.

Von Inga Altenkirch zeigen wir Radierungen über Alltagsmühseligkeiten und -abhängigkeiten urbaner Menschen sowie Ölbilder, die häufig einen thematischen Gegenpol  behandeln, nämlich das Tierische, Instinktiv-Gesteuerte.
Das Thema der modernen menschlichen Existentialität zieht sich jedoch als ein großer Oberbegriff durch Altenkirchs Arbeiten. Ihre Arbeiten sind von einem bizarren und vorsätzlichen Widerspruch kennzeichnet, Denn Altenkirch benutzt  oft das alte künstlerische, heute selten praktizierte Handwerk für die neuzeitlichen Themen. Sie schafft es durch diese originelle Kombination die aktuellsten existenziellen Wahrheiten treffend zu vermitteln. Ihre Radierungen wirken zugleich altmeisterlich und modern, sinnlich und dokumentarisch, witzig und erschütternd.

Gerit Koglin präsentiert seine unverwechselbaren Menschenstudien, die sich zwischen individuellen Geschichten und  gesellschaftlicher Mimikry bewegen. Seine Arbeiten  relativieren unsere angelernten Begrifflichkeiten, wie gegenwärtige oder überlieferte Symbolik und Interpretation. In einer subtilen wie durchdringenden Weise zeigt er die Kehrseiten der heilen Welt auf, die Auswuchse des durch-urbanisiertren Lebens, oder die der verunsicherten globalisierten Welt. Koglins Malerei bietet eine besondere Perspektive, die einerseits gesellschaftskritische Aussagen trifft aber diese nicht ausruft, sondern lässt sie (un)dramatisch-existenziell wirken. Seine Bilder sind dementsprechend nicht mit einer unverständlichen Symbolik sondern mit wiedererkennbaren, uns vertrauten Figuren besetzt.Koglin spielt dabei mit Zuschauers Beobachtungs- und Interpretationsebenen, fördert seine Wahrnehmung, weitet sie aus und  stockt sie auf, um eine neue Kontextebene zu erreichen.

AUSSTELLUNGSDAUER: 26. Oktober – 24. November 2012

VERNISSAGE: Freitag, 26. Oktober 2012, 18.00-21.00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN: Mi-Fr: 11-14 Uhr u. 16-19 Uhr und Sa: 11.00-17.00 Uhr

Besuchen Sie uns auch zum SCHÖNEBERGER ART 2012 - Galerierundgang und offene Ateliers am Wochenende 3./4. November 2012, 12-20 Uhr

Und am Freitag, 9. November 2012, 19.00 Uhr  stellt die Leselounge Birgit Bauer Yorck Kronenberg vor. Der Autor liest aus seinem Roman "Was war", Droschl Verlag 2012.. Mehr unter www.leselounge-birgitbauer.de