IGOR BLEISCHWITZ

Igor Bleischwitz gehört einer heute weltweit mobilen Transit-Generation an - in Kasachstan geboren, mit volksdeutsch-russischen Wurzeln. Während der Wende wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus, setzte hier seine Schulzeit fort und schloss zuerst sein Grafikstudium in Darmstadt ab, dannach folgte das Studium an der HKDM in Freiburg bei Ben Hübsch, Klaus Merkel und Dietrich Schön.
2012 Stipendium der  Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik, HKDM, Freiburg im Breisgau.
"Was fremd in seinen Bildern bleibt, diese in sich ruhende und zugleich bedrohliche Präsenz von Adlern und Hunden, ist dabei durchaus anschlußfähig an die Popkultur. In einer seiner Arbeiten ist eine aufrecht stehende Katze zu sehen, auf deren Körper sich das dreieckige Symbol des Playzeichens findet. Unweigerlich muss man an die populären Tiervideos im Netz denken. Doch Igor Bleischwitz deutet die Bildkompositionen nicht aus, er gibt keine Erklährungen für diese kaum definierte Fläche, die sich unterhalb eines Fuchskopfes befindet, der sich ganz vom restlichen Körper gelöst hat. Bleischwitz’ Arbeiten entstehen oft aus einem dunklen Hintergrund. So auch bei dem Bild, auf dem ein Hund ein auf einer Sandbank aufgelaufenes Schiff bewacht und den Betrachter wie einen Eindringling begrüßt, rechts davon flackert unruhig ein Feuer. Er trägt sein Fell wie eine Maske. Noch immer ist die Malerei ein großes Abenteuer."(Annette Hoffman für Kulturjocker Freiburg )

"INSTINKTE und MYTHEN", 3.7. - 24.8.2014

Die Ausstellung zeigt verschiedene Arbeiten des jungen Künstlers  IGOR BLEISCHWITZ, die wir mit den zwei großen Oberbegriffen betitelt haben, um seine künstlerischen Leitmotive hervorzuheben.

https://www.youtube.com/watch?v=67UTDpHUX2w&feature=youtu.be

Bleischwitz strahlt Ungebundenheit aus, er vereinigt eine Altmeister-Maltradition mit moderner Optik, malt kleine Formate wie z.B. sein Vogel-Lexikon, um das künstlerische Handwerk zu perfektionieren und zugleich entwirft Großformate (wie „Heroische Bilder“ oder  „Privatbilder“) – ohne Vorlage und mit beindruckenden Gestalten (Menschen, Tieren, Zwischenarten) und Inhalten.
Seine Bilder besitzen sowohl eine gewisse Nostalgie als auch Ironie, zugleich aber auch Intimität und Fremdheit. Dadurch zieht Bleischwitz seine Betrachter in den Bann, mit einem inhärenten Widerspruch, der sich im nächsten Schritt in eine durchaus berechtigte und stimmige Interpretation verwandelt.
Seine Farbigkeit ist besonders sensibel, die dick  aufgetragenen Pinsel-Striche sind von Bild zu Bild unterschiedlich in  der Wirkung - von frei, energievoll und wohltuend hin zu undurchsichtig und unheimlich. Die Objekt-Konturen sind sowohl klar definiert als auch in der Aura des eigenen Hintergrundes verschwommen – ganz gleich, ob es sich um Öl-auf-Leinwand-Bilder oder um zarte Aquarelle handelt. 

Seine Kompositionen reichen auf der Skala von schlicht, auf das Elementare und Instinktive fixiert bis hin zu narrativ und mythisch. Bleischwitz ist dem menschlichen und tierischen Authentischen und Instinktiven auf den Fersen - neugierig und gleichzeitig voller Respekt. Er ist vom Mythischen (ob von alten oder modernen Mythen) fasziniert, allerdings nicht unbeabsichtigt, sondern weil dies das Instinktive verkleidet, diesem eine bestimmte Symbolik verleiht und zu außergewöhnlichen Interpretationen hinführt.

Ob Bleischwitz̕ Begriffe wie ‚Instinkt‘ und ‚Mythos‘ oder ‚das Authentische‘ und ‚das Ideologische‘ in ein gleichberechtigt gesteuertes Zusammenspiel oder in ein naturbedingtes Missverhältnis bringt, möchten wir dem Urteil des Zuschauer überlassen.

In diesem Sinne laden wir alle Neugierigen und Kunstinteressierten zu dieser spannenden Ausstellung ein!

AUSSTELLUNGSDAUER: 3. Juli - 23. August 2014

! SOMMERPAUSE: 4. - 19. August 2014

FINISSAGE: Sonntag, 24. August 2014, 12.00 - 17.00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN: MI - FR: 11.00 - 19.00 Uhr u. SA: 12.00 - 16.00 Uhr