Jelena Fuzinato und Jakob Roepke, SzenenBild, 7.7. - 15.8.2018

Für diesen Sommer bringen wir einen künstlerisch besonderen Dialog zwischen Jelena Fuzinato (Zeichnung) und Jakob Roepke (Collage und Relief).
Einen künstlerischen Ausstellungsdialog zu kreïeren ist immer eine konzeptionelle Herausforderung, Dabei haben wir gewisse Parallelen in der methodischen künstlerischen Herangehensweise, sowohl bei Fuzinato als auch bei Roepke, entdeckt: in der Leidenschaft für das Narrative, gleich ob es  fantastisch, üppig oder reduziert, oder auch symbolisch ausgelegt wird; oder in der Komprimierung des Szenenbildes und im Fokus auf die Protagonisten als Narrations- und Kompositionsträger, die von ihrer Kulisse im nächsten Augenblick wieder demontiert (bzw. in Frage gestellt) werden.

Jakob Roepke vollzog mit seiner kleinformatigen Bildtafel-Serie einen kühnen Bruch in der Kunstszene der letzten zwei Jahrzehnte, in der die großformatige, neorealistische Malerei  vorherrschte.  Seine komplexen und auf ein Format von 13x12 cm komprimierten Arbeiten - eine Art moderne Ikonen - funktionieren als unabhängig konstruierte Welten, als Miniaturbühnen, die verschiedene (oder immer dieselben ?!) Protagonisten sowie skurrile und „unmögliche“ Zusammenhänge zusammenbringen wie das Fantastische und das Alltägliche, und zugleich bekannte Zitate, vage Anspielungen und schiere Visionen.

„Ihn interessiert die Bedeutungsvielfalt, die Wandelbarkeit und Vergänglichkeit von Bildbotschaften genauso wie die Konstanz von Symbolen und Archetypen. In der Beschäftigung mit bildhaften Erzählstrategien versteht Jakob Roepke das Narrative als ein kognitives Schema, welches die Erfahrungen der Alltagswelt des Betrachters miteinbezieht. Die Tafeln zeigen wiederkehrende und variierende Motive und Themen. Die Protagonisten spielen psychische Realitäten und Einstellungen zur Wirklichkeit in ihrer jeweiligen Rolle als Kämpfer und Dulder, als Träger und Jongleure, als Betrachter, Leser, Ignoranten und Schläfer, als Beobachter und Visionäre durch. Neben den Figuren spielen auch andere Subjekte wie Tiere, Knoten, Konstrukte, Blasen, Ornamente und verschiedenen Interieurs eine Rolle.“ (Quelle: kristine-hamann.de/ausstellungsarchiv/jakob-roepke)

Seine kleinformatigen Bildtafeln sind auch in vielen öffentlichen Sammlungen präsent, wie z.B. denen des Deutschen Bundestages, Berlin, in The Wadsworth Atheneum Museum of Art in Hartford, Connecticut, USA, sowie im International Collage Center New York als auch in sehr vielen privaten Kunst-Kollektionen.
Jakob Roepke (*1960) studierte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und am College of Art, Edinburgh. Er erhielt mehrere Stipendien und wurde 2008 mit dem ‚Swab art prize‘ ausgezeichnet. Roepke lebt und arbeitet in Berlin.

Jelena Fuzinato ist eine der bei uns vertretenen jüngeren Künstlerinnen, jedoch sind ihre Arbeiten bereits von einer besonderen künstlerischen Reife und Souveränität sowie  von vielfältigen Umsetzungen geprägt: von Zeichnung und Malerei über Video- und Raum-Installationen bis hin zu Körper-performances reicht ihr Repertoire. In der Ausstellung „SzenenBild“ zeigen wir Fuzinatos Zeichnungen - dichte, monochrome Arbeiten aus hunderttausenden Strichen des Grafitstifts, die enorme Intensität, besondere Sensibilität und eine unaufdringliche Absolutheit besitzen. Sie zeugen von einer stillen Gefasstheit wie auch von Gefühlstiefe und einer subtilen künstlerischen Sprache.
Fuzinato führt ihre Kompositionen zugleich zart und konsequent aus, ohne eine strenge Trennung von Akteuren und Hintergründen zu beabsichtigen; sie hinterfragt auf eine besondere, unaufdringliche Art kollektive und individuelle Vorstellungen und Erinnerungen, schafft Kulissen für ihre Akteure und Symbole, um Lebensläufe, Objekte und ‚Momente‘ (re)konstruieren zu können.
Fuzinatos Arbeiten besitzen eine besondere Authentizität und Originalität und stellen eine komprimierte, autochthone Welt dar, die uns fern und zugleich existenziell nahe und universal erscheint.
Jelena Fuzinato  (*1984) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Belgrad (2003-2009) sowie am Institut ‚Kunst im Kontext‘ an der Universität der Künste in Berlin (2012-2016). Ihre Arbeiten zeigte sie in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Österreich, Finnand, Serbien und demnächst sogar in Chile. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Die Ausstellung mit dem Titel SzenenBild zeigt die neuesten Arbeiten der beiden Künstler.

Preview: Sonnabend, 7. Juli 2018, 12 - 18 h

VERNISSAGE: Sonnabend den 7. Juli 2018, 18-21.30 h

Die Künstlerin und der Künstler werden anwesend sein.

Ausstellungsdauer:7.7.-15.8.2018

Öffnungszeiten: Mi - Fr: 12 - 20 h und Sa:12 - 18 h

FINISSAGE: Sonnabend, den 11. Juli, 18 - 21.30 h

Mehr Bilder unter: https://www.facebook.com/subjectobject.de/

PRESSE: https://www.tagesspiegel.de/kultur/galerie-subject-object-zeichnungen-und-gouachen-im-doppel/22860104.html

Text: Ljiljana Vulin-Hinrichs