Mirsad Herenda, Milan Mihajlovic, Amir Omerovic, GO AREA 2, 13.4.- 21.5.2019

Mit Vernissage von GO AREA 2 am 12. April 2019 eröffnen wir die 100. Ausstellung in unserer Galerie.
Es freut uns diese tolle runde Zahl nach zwölf Jahren erreicht zu haben und genauso, dass wir diese 100. Ausstellung mit drei Künstlern realisieren: dem Maler Milan Mihajlović und den Bildhauern Mirsad Herenda und Amir Omerović, die wir in der gleichnamigen Ausstellung im Frühling 2013 gezeigt haben – in einer großartigen Ausstellung, die wir damals „Go Area“ genannt haben.
Die jetzige Ausstellung haben wir in diesem Sinne als Fortsetzung konzipiert und „GO AREA 2“ betitelt und sie schafft genauso wie die vorige Ausstellung ein Kunst-Areal, das von der künstlerischen Verwandtschaft und  respektvollen Gegenseitigkeit dieser drei originellen und souveränen Künstler zeugt.

Die Künstler-Troika, die biografisch einen Balkan-Hintergrund ausweist, kommt dennoch aus Bremen und München, wo sie alle seit Jahrzehnten erfolgreich künstlerisch wirken. Ihre Freundschaft und Zusammenarbeit hat sich in einigen Gruppen-Projekten und -Ausstellungen bereits bewährt und natürlich auch in der Galerie subjectobject, wo sie jetzt zum zweiten Mal ausstellen.
Wie bereits erwähnt, lautete der Ausstellungstitel schon 2013 Ausstellung „GO AREA 2“, denn ein gemeinsame  Nenner zieht sich bei allen drei  Künstlern durch Persönlichkeit und Werk, durch ihre Arbeiten im Einzelnen, ihre Engagements sowie ihre Lebensläufe: Die Länder und die Arbeitsorte wechseln, Grenzen überwinden oder überschreiten, neue kulturelle Räume entdecken und betreten, dabei verschiedenen privaten, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen standhalten: das alles gehört zum Werdegang der drei Künstler. 

Mirsad Herenda, ein besonders empfindsamer und ausgezeichneter Bildhauer, bringt Natur-Gestalten und -Kräfte in die Ausstellungsräume. Seine Skulpturen - ob aus Eisen oder Bronze - wirken trotz der dichten Metall-Konsistenz fast fragil, in Strömung und Bewegung ganz und gar erfasst, offen und vollzogen zugleich, in ihrer Körpersprache vom Instinktiven und Existenziellen geleitet oder gar beherrscht, in ihrer Dynamik von selbstverständlich-naturgebunden bis zugespitzt dramatisch-expressiv aufgebaut. Dabei strahlen Herendas Skulpturen nicht nur Naturgebundenheit, sondern auch magische, menschliche und künstlerische Gestaltungskraft aus. Sie besitzen Autonomie und Bindungskraft, Diffusion und Kohärenz, Kontemplation und Dramatik zugleich. Ihre Selbstbestimmung bleibt konsequent eigen, und dennoch sind sie uns existenziell nahe und zugleich ästhetisch vollkommen zugänglich.

Milan Mihajlović ist ein überaus aktiver Maler, der seit Jahrzehnten unzählige Ausstellungen, Kunstmessen und -Events unermüdlich absolviert. Seine Leinwände sind sehr expressiv und überwiegend im abstrakten Duktus gehalten, jedoch oft mit konkreten materiellen Bestandteilen des Alltags bestückt und geformt, denn Mihajlović verwendet Stoffe und Materialien, die wir sonst anderweitig benutzen oder auch einfach wegwerfen, die aber dann in seinen Kompositionen eine neue, abgewandelte Bedeutung erfahren. Mihajlović bildet nicht die naturalistischen Formen und Oberflächen der Landschaften oder Gestalten ab - er malt in verschiedenen materiellen Schichten, reibt oder kratzt ein und gibt so sowohl die realen Verflechtungen als auch hintergründige Strukturen und Energien wieder – er verfolgt offensichtliche Zeichen, Wege und Zusammenspiele und schafft dadurch zugleich neue verselbstständigte Ebenen der Wahrnehmung und der Interpretation.

Amir Omerović fängt das Prozessuale und Dynamische von Mensch und Umwelt in Bronze auf. Seine Skulpturen wirken auf den ersten Blick verspielt, sowohl erotisch als auch androgyn, sie erzeugen Bewegungs- und Spielaufrufe im Raum,  sind ausgesprochen filigran gestaltet. Im Mittelpunkt steht die menschliche Figur, die aber häufig mit verschiedenen Accessoires ausgerüstet sind, die aus der Natur (Bienenwaben, Knospen etc.) und aus dem Lager der kleinen Dinge, die Omerovic über die Jahre sammelt. „Diesen Dingen aus der Natur gibt er ein bronzenes Kleid“, schreibt Giesen über Omerović . Omerović bringt Einzelgeschichten in unerwarteten Kombinationen, in einer eigenen hochästhetischen und skurrilen Gegenständlichkeit; er verbindet verschiedene ethnische und moderne Elemente und Symbole oder er mixt Ernst und Humor auf eine unprätentiöse und beschwingte Art  zusammen - ungezwungen und durchdacht  zugleich.

VERNISSAGE: Freitag, den 12. April  2019, 19 - 22 h

Die Künstler werden anwesend sein.

Ausstellungsdauer: 13.4. - 21.5.2019

Öffnungszeiten: DI - FR: 11 – 19 h+ SA: 12 - 17 h

Zum Gallery Weekend, 27.-28. April 2019: 12 - 19 h

Text:Ljiljana Vulin-Hinrichs

Mehr Bilder unter: https://www.facebook.com/subjectobject.de/