Urte Beyer und Lada Vlainic, RAUMERFAHRUNG / SPACE EXPIRIENCE, 20.10. - 23.11. 2019 8.2019

Die Ausstellung Raumerfahrung / Space Experience zeigt die Arbeiten zweier Künstlerinnen: Urte Beyer (Berlin) und Lada Vlainić (Zagreb).

Das Ausstellungskonzept wird bereits im Titel angekündigt und ruht auf bestimmten thematischen Gemeinsamkeiten beider Künstlerinnen, die sich aus dem Erkunden unserer existenziellen und transzendentalen Räume ergeben: ob durch reine abstrahierte Strömungen, durch Linien-Bewegungen und -Spannungen, ob zweidimensional in minimalistischem „Schwarz auf weißem Hintergrund“ oder plastisch-experimentell auf schwebenden, zerknautschten oder auf Acrylglas und transparenten Stoffen abgedruckten überlappenden geografischen Karten, Landschaften und Ortschaften.

Die Künstlerin Lada Vlainić stellen wir unserem Publikum zum ersten Mal vor. Sie hat mit ihrer markanten grafisch-malerischen Stärke vollkommen überzeugt. Ihre Arbeit zeichnet eine gewisse minimalistische Auffassung aus, mit realistisch abgeleiteten sowie abstrahierten Bahnen, Leitungen, ‚entschiedenen’ schwarzen Linien, angespannten Kurven und Knoten auf weißem (leerem?) Hintergrund als Resultat künstlerischer Abstraktion und Reflexion.
Dieser schwarz-weißen Optik und Dynamik bleibt Lada Vlainić über die Jahre treu; zugleich gehört diese zu ihrem authentischen künstlerischen Ausdruck. Ihre Darstellungen haben einen Ursprung in japanischen kaligrafischen und Tusche-Arbeiten, sind aber modifiziert und intensiviert durch ihr modernes grafisches Feingefühl. Vlainićs Arbeiten – ob auf Leinwand oder Papier, mit Acryl oder Tusche – bringen lineare sowie rhythmische Verbindungen, füllen leicht bis dicht vernetzte Felder, erzeugen eine Eigendynamik und subtile Spannungen, bringen energetische Ausbrüche, Kollisionen sowie parallel bestehende unabhängige Räume und Ruhepole. Bei alledem sind sie zugleich furchtlos und poetisch, konstatierend wie abenteuerlich, diffus und synthetisch, intensiv wie ätherisch.
Vlainićs Schwarz-Weiß-Kompositionen sind trotz ihrer möglichen positiv-negativ-Auslegung endlos variabel, scheinen minutiös geplant, und dennoch entgleiten sie dem Betrachter oder strömen in eine eigene Richtung und in eine Art hermetischer Erhabenheit. Dieses transzendentale Ergebnis gibt ihren Arbeiten eine besondere Intensität, Originalität und Ästhetik.

Urte Beyer haben wir bereits einige Male ausgestellt und haben jedes Mal dank der originellen Plastizität ihrer Arbeiten tatsächlich eine eigene Ästhetik und mutige, ja fantastische Darstellungen erfahren können. Urte Beyer hat Bildhauerei studiert und ging von schweren Materialien wie Stein und Metall schnell zu leichteren Ausdrucksformen und -Mitteln über.
Beyer arbeitet seit über zehn Jahren mit dokumentarischen und künstlerisch bearbeiteten, transferierten Fotografien auf verschiedenen Materialien und Formen, die von Erscheinungsvarietäten, Kontinuitäten und Prozessen in unserem existenziellen Raum und der gelebten und vergangenen Zeit zeugen oder über sie reflektieren.
Die Künstlerin geht von den dauerhaften Veränderungs-Potenzialen aller Dinge aus, die in Struktur – ob im Ganzen oder im Detail – stetige, vieldimensionale Fortsetzungen bringen bzw. diese implizieren; Beyer hebt deren Geltung sowie ihre ganz eigene Ästhetik hervor. Unterbrochen und kontinuierlich, faktisch und fiktiv: solche Dispositionen und Verwerfungen in der Entwicklung unserer Lebensräume übernimmt die Künstlerin in ihren Arbeiten.
Diese künstlerische Herangehensweise ist intellektuell und ästhetisch anregend und von einer neuen existenziellen Sichtweise geprägt – sie bringt uns durch ihre Fiktion in eine neue, fließende Wirklichkeitsdimension.

Vernissage: Samstag, den 19.10.2019, 18 - 22 Uhr

Die Künstlerinnen werden präsent sein.

Ausstellungsdauer: 20.10. - 23.11.2019

Öffnungszeiten: MI - FR: 12 -19 h und DI + SA: 12 - 17 h

Zur Schöneberger Art 2019: SA, den 2.11.: 12 - 20 h und SO, den 3.11.: 12 - 18 h

 

Leitung: Ljiljana Vulin-Hinrichs